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Allgemeines zu Atemschutzmasken

Wozu benötigt man einen Atemschutz?

Atemschutzsysteme werden dort benötigt, wo verhindert werden muss, dass Gesundheitsschädigende Stoffe in die Atemwege gelangen. Zum Beispiel im Rettungswesen, bei der Feuerwehr, bei der Brandermittlung und an Arbeitsplätzen, an welchem Atemgifte (chemische Stoffe, Mikroorganismen, Staube) auftreten können. Nachdem die Mitarbeiter das wichtigste Kapital eines Unternehmens sind, ist der Erhalt ihrer Gesundheit essenziell. In manchen Arbeitsumgebungen lauern permanente Gefahren in der Luft, manche sichtbar, manche unsichtbar, die dauerhafte Erkrankungen verursachen können. Deswegen ist es wichtig sich mit passenden Atemschutzausrüstungen auszurüsten. Die Grundlage zur Auswahl des richtigen Atemschutzes bildet die Gefährdungsbeurteilung. Abhängig von den verschiedensten Formen von Gefahrstoffen und der benötigten Konzentration am Arbeitsplatz, werden unterschiedliche Filter, Filterarten und Masken benötigt. Die Feststellung der Gefahrstoffkonzentration erfolgt mit Hilfe des Arbeitsplatzgrenzwertes (AGW).

 

Was ist der AGW?

Der Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) ist die zeitlich gewichtete durchschnittliche Konzentration eines Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz, bei der eine akute oder chronische Schädigung der Gesundheit der Beschäftigten nicht zu erwarten ist. Bei der Festlegung wird von einer, in der Regel achtstündigen Exposition, an fünf Tagen in der Woche während der Lebensarbeitszeit ausgegangen. Der Arbeitsplatzgrenzwert wird in mg/m³ und ml/m³ (ppm) angegeben.

 

Wie lange kann ich meine Atemschutzmaske verwenden?

Die Gebrauchsdauer ist von Maske zu Maske verschieden, es lässt sich keine allgemeine Aussage über die mögliche Verwendungszeit von Atemschutzmasken im allgemeinen treffen. Einwegmasken dürfen grundsätzlich nicht länger als eine Arbeitsschicht(8 Stunden) getragen werden. Doch ist die Belastung am Arbeitsplatz sehr hoch, muss die Maske bereits früher gewechselt werden. Filter für Mehrgasmasken dürfen länger als eine Arbeitsschicht in Gebrauch bleiben bevor sie getauscht werden müssen. Generell gilt: Wenn sich die Luftverschmutzung verstärkt, bzw. ein Gasgeschmack oder -geruch wahrgenommen werden kann, muss der Filter gewechselt werden, dies gilt selbstverständlich auch für das Überschreiten der Mindesthaltbarkeit eines Filters.

 

Atemschutzfilter

Atemschutzfilter werden in zwei Kategorien unterteilt, Partikelfilter und Gasfilter. Daneben gibt es auch Kombinationsfilter, diese bieten Schutz vor Gasen und Partikeln.

Partikelfilter gibt es in drei verschiedenen Klassen (P1,P2,P3). Die Einteilung richtet sich bei filtrierenden Halbmasken nach der Gesamtleckage (Undichtigkeitsstellen am Gesicht, Leckage am Ausatemventil sowie aus dem eigentlichen Filterdurchlass), und ansonsten nach der maximalen Überschreitung des Arbeitsplatzgrenzwertes. Diese Maximalgrenzen sind bei Vollmasken höher als bei Halbmasken. Partikelfilter schützen nur gegen Partikel, nicht gegen Gase und Dämpfe.

Gasfilter werden je nach Stoffgruppe in verschiedene Gasfiltertypen eingeteilt(z. B. „Ammoniak“, „organische Gase und Dämpfe“, „Niedrigsieder“). Auch hier gibt es drei verschiedene Leistungsklassen. Gasfilter schützen nur gegen Gase und Dämpfe, nicht gegen Partikel.

Kombinationsfilter bestehen aus einem Gas- und einem Partikelfilter. Sie werden eingesetzt, wenn gleichzeitig Gase oder Dämpfe und Partikel (Schwebstoffe) auftreten (z. B. beim Feuerwehreinsatz, Farbspritzen, Sprühkleben).

 

Wie finde ich die richtige Filterklasse?

Die richtige Filterklasse setzt sich aus zwei Faktoren zusammen: dem Gefahrstoff sowie dessen Konzentration. Handelt es sich bei dem Gefahrstoff um Partikel in fester oder flüssiger Form, so sind die Filterklassen FFP1 bis FFP3 (Einwegmaske) bzw. P1 bis P3 (Halb- und Vollmasken) heranzuziehen. Je höher dabei
die Filterklasse, umso größer ist die Filterleistung. Wird allerdings im Umfeld von Gasen bzw. Dämpfen
gearbeitet, ist unbedingt ein Gasfilter mit der entsprechenden Filterklasse (A, B, E, K oder Hg) erforderlich. Durch die Zahlen 1-3 wird dabei das Aufnahmevermögen ausgedrückt. Treten partikel- und gasförmige Gefahrstoffe zugleich auf, sind Kombinationsfilter zu verwenden.

Klassifizierung von Gasfiltern

  • A – Kennfarbe: Braun
    • Gegen organische Dämpfe und Gase, z.B.: Lösemittel wie Terpentin, Nitro-Verdünnung, Benzin, Per, Toluol, Xylol,  mit Siedepunkt > 65°C
  • B – Kennfarbe: Grau
    • Gegen anorganische Gase und Dämpfe wie z.B.: Chlor, Brom, Schwefelwasserstoff, etc.
  • E – Kennfarbe: Gelb
    • Gegen saure Gase und Dämpfe wie z.B.:  Schwefeldioxid, Chlorwasserstoff, etc.
  • K – Kennfarbe: Grün
    • Gegen Ammoniak und organische Amine wie z.B.: Dimethylamin, etc.
  • AX – Kennfarbe: Braun
    • Gegen niedrigsiedende organische Verbindungen mit einem Siedepunkt ≤5°C
  • HG – Kennfarbe: Rot
    • Gegen Quecksilber

 

Wie finde ich die richtige Atemschutzmaske?

Die richtige Auswahl von Atemschutzgeräten ist essentiell für den Schutz und die Gesundheit des Trägers und bedarf deshalb größter Sorgfalt. Um die richtige
filtrierende Atemschutzmaske zu finden, beachten Sie unbedingt jeden einzelnen der folgenden Punkte:

  • Es muss ausreichend Sauerstoff in der Umgebung vorhanden sein (beachten sie die jeweiligen Gesetzlichen Vorgaben, in Österreich sind 15 Vol. % vorgegeben).
  • Die Gefahrstoffe müssen entsprechende Merkmale aufweisen (Geruch, Geschmack, etc.).
  • Welchen Zustand weisen die Gefahrstoffe auf: gasförmig, partikelförmig oder als Gemisch?
  • Welche Konzentration weisen die Gefahrstoffe auf?
  • Welche Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) gelten für die vorhandenen Gefahrstoffe?
  • Welche zusätzliche persönliche Schutzausrüstung ist notwendig (z. B. Schutzbrillen, Chemikalienschutzanzüge, Handschuhe, etc.)?

Nach Berücksichtigung dieser sechs Punkte muss der benötigte Schutzfaktor mit folgender Formel berechnet werden:

Schutzfaktor = Herrschende Schadstoffkonzentration / Arbeitsplatzgrenzwert (AGW)

Nach der Ermittlung des benötigten Schutzfaktors kann die passende Masken-Filter-Kombination gegen Partikel ausgewählt werden:

  • FFP1-Masken/Halbmasken mit P1-Filtern bis Schutzfaktor 4 einsetzbar
  • FFP2-Masken/Halbmasken mit P2-Filtern bis Schutzfaktor 10 einsetzbar
  • FFP3-Masken/Halbmasken mit P3-Filtern bis Schutzfaktor 15 einsetzbar

Beim Einsatz einer Vollmaske mit Partikelfilter:

  • Vollmasken mit P1-Filtern bis Schutzfaktor 4 einsetzbar
  • Vollmasken mit P2-Filtern bis Schutzfaktor 15 einsetzbar
  • Vollmasken mit P3-Filtern bis Schutzfaktor 400 einsetzbar

 

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